Saudi Aramco auf Expansionskurs

Published on: 15-Apr-2019
Category: Trading
Last updated: 15-Apr-2019

Saudi Aramco auf Expansionskurs

Saudi Aramco bereitet sich auf eine Übernahme des saudischen Chemiekonzerns Sabic vor und plant seinen Börsengang in unbestimmter Zeit.

Der Ölgigant verfügt über 268,5 Milliarden Barrel Ölvorkommen und Gasvorräte von 9,2 Billionen Kubikmetern und macht mit diesen Werten zehn Prozent der weltweiten Rohölproduktion aus. Auf einer Fläche von 832 Quadratkilometern fördert Saudi Aramco sein Öl und macht damit einen reinen Gewinn von 111,1 Milliarden Dollar im letzten Jahr. Das saudische Unternehmen macht mehr Umsatz als die Google-Mutter Alphabet, Apple und der US-Ölkonzern Exxon zusammen. Allerdings kommt durch hohe Abgaben, wie 50 Prozent Steuern oder eine Ausschüttung von Dividenden an seinen Eigner Saudi-Arabien von 58,2 Milliarden Dollar, bei Saudi Aramco weniger Gewinn pro Barrel Rohöl an als beim Konkurrenten Royal Dutch Shell.

Die erste Anleihe, die Saudi Aramco nun herausgegeben hat, hat in kurzer Zeit 12 Milliarden Dollar eingespielt. Diese Zahl gibt einen Ausblick auf den geplanten Börsengang des Unternehmens. Damit sollen fünf Prozent des Kapitals privatisiert und 100 Milliarden Dollar erwirtschaftet werden. Der Börsengang von Saudi Aramco wäre der größte in der Geschichte der Börsen und würde noch deutlich vor dem von Alibaba, dem chinesischen Internethändler, mit 24 Milliarden Dollar stehen.

Außerdem plant Saudi Aramco eine Teilübernahme des Chemiekonzern Sabic und braucht 69,1 Milliarden Dollar, um 70 Prozent des Konzerns zu übernehmen. Die Geschäftszahlen wurden jetzt erstmals durch ein Rating der Agenturen Moody’s und Fitch veröffentlicht. Das Geld will Aramco nämlich über den Kapitalmarkt reinholen und strebt damit ebenfalls eine Transformation der drei wichtigsten Unternehmen Saudi-Arabiens an. Dazu gehören Saudi Aramco, Sabic und der saudische Staatsfonds Public Investment Fund (PIF). Der Ölkonzern kauft die Anteile des Petrochemiekonzern Sabic vom PIF und liefert so Kapital für eine langfristige Investitionsstrategie.

Die beiden Konzerne hätten riesige Kapazitäten in gesamter Höhe von 79 Millionen Tonnen petrochemischer Produkte pro Jahr und würden damit ein neuer großer Konkurrent für die regionalen Ölkonzerne sein. Der saudische Riese müsste sich gegen Rivalen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und aus Katar durchsetzen, die auch beide in ihre Chemieproduktion investieren, um sich ihre Zukunft zu sichern.


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