Wettbewerb: Europas Umgang mit der Übermacht globaler Großkonzerne

Published on: 21-Mar-2019
Category: Trading
Last updated: 21-Mar-2019

Wettbewerb: Europas Umgang mit der Übermacht globaler Großkonzerne

Bei der Internationalen Kartellkonferenz in Berlin diskutierten Politiker und Wettbewerbshüter darüber, ob man staatlich geförderten globalen Konzernen europäische Großunternehmen im Wettbewerb entgegensetzen muss.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und sein französischer Kollege Bruno Le Maire fordern eine europäische Industriepolitik im globalen Wettbewerb und wollen Unternehmen vor allem in drei Bereichen fördern. Sie wollen das europäische Wettbewerbsrecht reformieren, damit Unternehmen gemeinsam wettbewerbsfähig bleiben können. Europäische Firmen sollen vor ausländischen Übernahmen geschützt werden und sie wollen Schlüsselinnovationen wie Batteriezellenproduktion oder Künstliche Intelligenz fördern.

Im Bereich der Batteriezellenproduktion zum Beispiel stellt Deutschland eine Milliarde Euro und Frankreich 700 Millionen Euro an Fördergeldern zur Verfügung. Das zeigt, wie wichtig die Autoindustrie und die Elektroautoproduktion derzeit sind und wie europäische Staaten versuchen im Wettbewerb mit China mitzuhalten. In Deutschland werden viele Autobauer von Unternehmen aus China beliefert, unter anderem wird momentan eine Fabrik des chinesischen Batteriezellenherstellers CATL in Erfurt gebaut.

Die Initiative zur Reform des Wettbewerbsrechts hat Altmaier schon im Februar nach dem Veto der EU-Kommission gegen die Pläne einer Fusion der Bahnsparten von Siemens und Alstom gebracht. Entgegen der Warnung von Kartellbehörden vor vorschnellen Eingriffen der Politik in die Märkte, hat die EU-Kommission die Fusion zwischen den Bahnsparten von Siemens und Alstom untersagt. Der Bundeswirtschaftsminister Altmaier stimmte für die Fusion, die Wettbewerbskommissarin Vestager war dagegen.

Siemens und Alstom wären zu einem weltweit einflussreichen Unternehmen im Zuggeschäft geworden und hätten damit dem chinesischen Konkurrenten CRRC entgegentreten können. Jetzt steht die Frage im Raum, ob man den Binnenwettbewerb und somit den Verbraucher schützen sollte oder ob man mit einem neuen Wettbewerbsrecht europäische Champions hervorbringen sollte. Diese neuen Großkonzerne hätten jedoch ihren Preis. Die Preise für Verbraucher könnten demnach steigen und der Wettbewerb wird durch die neu fusionierten Unternehmen eingeschränkt.

Es müsse laut Kartellamtspräsident Andreas Mundt eine Gesamtstrategie geben, damit europäische private Unternehmen mit chinesischen staatlich gestützten Unternehmen mithalten können, um einen fairen Wettbewerb zu schaffen.


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