Gap (Kurslücke)
Ein Gap ist ein Sprung im Kurschart, bei dem eine Periode deutlich über oder unter dem vorherigen Schlusskurs eröffnet, sodass eine Kursspanne ohne Handel entsteht.
Ca. 1 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 9. Oktober 2026
Ein Gap ist eine Kurslücke im Chart. Sie entsteht, wenn der Eröffnungskurs eines Finanzinstruments deutlich über oder unter dem Schlusskurs der vorherigen Periode liegt, sodass im Bereich zwischen beiden Kursen kein Handel stattgefunden hat. In einem Balkenchart oder Kerzenchart erscheint ein Gap als Leerraum zwischen zwei aufeinanderfolgenden Balken; ein Linienchart, der nur Schlusskurse verbindet, zeigt es nicht.
Wie Gaps entstehen
Gaps treten in illiquiden Märkten häufiger auf als in liquiden, weil es dort weniger Marktteilnehmer und damit weniger Orders zu Zwischenkursen gibt. Größere Kurssprünge werden meist durch Nachrichten ausgelöst – etwa Unternehmenszahlen, Konjunkturdaten oder politische Ereignisse, die veröffentlicht werden, während der Markt geschlossen ist.
Beispiel: Eine Aktie schließt bei $50. Nach Handelsschluss meldet das Unternehmen deutlich bessere Zahlen als erwartet, und am nächsten Morgen eröffnet die Aktie bei $54. Der Kurs hat den Bereich zwischen $50 und $54 übersprungen – ein Gap von $4. Kehrt der Kurs später auf $50 zurück, spricht man davon, dass das Gap „geschlossen“ wurde.
Chartanalysten unterscheiden mehrere Gap-Arten, darunter gewöhnliche Gaps (Common Gaps) innerhalb einer Handelsspanne, Ausbruchslücken (Breakaway Gaps) zu Beginn eines neuen Trends, Fortsetzungslücken (Runaway Gaps) mitten in einer starken Bewegung und Erschöpfungslücken (Exhaustion Gaps) gegen Ende eines Trends.
Warum Gaps für Trader wichtig sind
Im Devisenmarkt, der unter der Woche rund um die Uhr gehandelt wird, entstehen Gaps vor allem, wenn der Handel nach dem Wochenende wieder aufgenommen wird. Auch CFDs auf Aktien und Indizes können zu Beginn einer Handelssitzung mit einem Gap eröffnen. Für offene Positionen sind Gaps ein Risiko: Springt der Kurs über ein Stop-Loss-Niveau hinweg, wird die Stop-Order zum nächsten verfügbaren Kurs ausgeführt, der deutlich schlechter als geplant sein kann. Das Gap-Risiko ist daher ein wichtiger Bestandteil des Risikomanagements.
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Weitere Begriffe.
- Balkenchart (OHLC-Chart)Ein Balkenchart (OHLC-Chart) stellt jede Periode als senkrechten Balken mit Eröffnungs-, Höchst-, Tiefst- und Schlusskurs dar, sodass die gesamte Kursspanne jeder Periode sichtbar ist.
- Stopregeln in der MarkttechnikRegeln zum Setzen und Nachziehen von Stops allein anhand der Chartstruktur – jenseits des letzten Punkt 3 beim Traden des Trends oder am Hoch bzw. Tief der letzten Kerze beim Traden der Bewegung.
- RisikomanagementRisikomanagement im Trading bedeutet festzulegen, wie viel des Gesamtkapitals je Trade und über alle offenen Positionen hinweg riskiert wird, und dieses Risiko an die Marktbedingungen anzupassen.