RSI-Indikator (Relative-Stärke-Index)
Der Relative-Stärke-Index (RSI) ist ein Momentum-Oszillator, der zwischen 0 und 100 schwankt; Werte über 70 gelten als überkauft, Werte unter 30 als überverkauft.
Ca. 2 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 9. Oktober 2026
Der Relative-Stärke-Index (RSI) ist ein Momentum-Indikator, der nach einer bestimmten Formel berechnet wird. Entwickelt wurde er von J. Welles Wilder Jr., der ihn 1978 vorstellte. Sein Ziel war es, das Kursmomentum auf einer einheitlichen Skala auszudrücken, damit sich die Werte verschiedener Aktien – und anderer Basiswerte – miteinander vergleichen lassen. Deshalb bewegt sich der RSI stets in einem Bereich von 0 bis 100.
So wird der RSI berechnet
Die Berechnung basiert meist auf 14 Perioden – im Tageschart also auf 14 Handelstagen. Zunächst werden der durchschnittliche Gewinn an Tagen mit steigenden Kursen und der durchschnittliche Verlust an Tagen mit fallenden Kursen in diesem Zeitraum ermittelt. Das Verhältnis der beiden heißt relative Stärke (RS):
RSI = 100 − 100 / (1 + RS)
RS ist dabei der durchschnittliche Gewinn geteilt durch den durchschnittlichen Verlust.
Beispiel: Hat eine Aktie an ihren Aufwärtstagen im Schnitt $1.50 gewonnen und an ihren Abwärtstagen im Schnitt $0.75 verloren, beträgt RS 2. Der RSI liegt dann bei 100 minus 100 geteilt durch 3, also bei etwa 66,7: Die Käufer hatten klar die Oberhand, doch der Wert liegt noch unter der Schwelle zur Überkauftheit.
Wie Trader den RSI deuten
Die Marken 30 und 70 haben eine besondere Bedeutung:
- RSI unter 30: Der Markt gilt als überverkauft. Die Verkäufer haben dominiert, und eine Kurserholung könnte bald folgen.
- RSI über 70: Der Markt gilt als überkauft. Die Käufer haben dominiert, und viele Trader sehen darin eine Warnung, dass die Kurse wieder fallen könnten.
Automatische Handelssignale sind diese Marken allerdings nicht. In starken Trends kann der RSI lange im überkauften oder überverkauften Bereich verharren. Viele Trader achten daher zusätzlich auf Divergenzen zwischen Kurs und RSI und kombinieren den Indikator mit anderen Werkzeugen wie dem MACD oder den Bollinger Bändern. Der RSI gehört zu den Standardindikatoren der technischen Analyse und ist auf praktisch jeder Handelsplattform verfügbar.
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Weitere Begriffe.
- MACD-IndikatorDer MACD (Moving Average Convergence Divergence) ist ein trendfolgender Momentum-Indikator, der auf der Differenz zwischen zwei exponentiellen gleitenden Durchschnitten beruht.
- Bollinger BänderBollinger Bänder sind ein Volatilitätsindikator aus einem gleitenden 20-Perioden-Durchschnitt und zwei äußeren Bändern im Abstand von zwei Standardabweichungen darüber und darunter.