Derivate
Derivate sind Finanzkontrakte, deren Wert von einem Basiswert wie einer Aktie, einem Index, einer Währung oder einem Rohstoff abhängt. Sie dienen der Absicherung und der Spekulation.
Ca. 2 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 9. Oktober 2026
Ein Derivat ist ein Vertrag zwischen zwei Parteien (ein bilateraler Vertrag), dessen Preis und Wertentwicklung von einem zugrunde liegenden Vermögenswert abhängen, dem sogenannten Basiswert (Underlying). Derivate werden von Tradern, Banken, Unternehmen und anderen Institutionen genutzt, die an den Finanzmärkten aktiv sind. Der Basiswert kann ein Wertpapier wie eine Aktie oder Anleihe sein, eine Währung, ein Zinssatz, ein Aktienindex, ein Rohstoff oder ein Edelmetall – oder sogar ein anderes Derivat, wie bei Optionen auf Futures.
Derivate haben keinen vom Basiswert unabhängigen Eigenwert: Ihr Wert wird von ihm abgeleitet, daher der Name. Heute gibt es eine enorme Vielfalt an Derivaten, die sowohl zur Absicherung (Hedging) als auch zur Spekulation eingesetzt werden. Mit Derivaten können Trader auf Kursbewegungen spekulieren, ohne den Basiswert selbst kaufen zu müssen, während Unternehmen und Anleger damit bestehende Positionen oder geplante Geschäfte gegen ungünstige Preisänderungen absichern können.
Die beiden Grundformen von Derivaten sind unbedingte und bedingte Termingeschäfte. Der entscheidende Unterschied besteht darin, ob beide Parteien an den Vertrag gebunden sind oder ob eine von ihnen ein Wahlrecht hat.
Unbedingte Derivate
Bei unbedingten Derivaten, auch unbedingte Termingeschäfte genannt, sind beide Parteien zur Erfüllung des Vertrags verpflichtet: Die eine Seite muss den Basiswert zum vereinbarten Preis am vereinbarten Termin kaufen, die andere ihn verkaufen – oder die Preisdifferenz wird bar ausgeglichen. Typische Beispiele sind:
- Futures: standardisierte Kontrakte, die an einer Börse gehandelt werden
- Forwards: individuell ausgehandelte, außerbörslich (OTC) gehandelte Kontrakte, etwa die von Unternehmen genutzten Devisentermingeschäfte
- Swaps: Vereinbarungen über den Tausch von Zahlungsströmen, zum Beispiel feste gegen variable Zinszahlungen oder Zahlungen in zwei verschiedenen Währungen
Das Risikoprofil ist symmetrisch: Was die eine Partei gewinnt, verliert die andere, und beide Seiten können erhebliche Verluste erleiden, wenn sich der Kurs gegen sie bewegt. CFDs haben ein ähnliches Profil, da sich ihr Wert im Gleichschritt mit dem Basiswert bewegt.
Bedingte Derivate
Bei bedingten Derivaten, auch bedingte Termingeschäfte genannt, ist nur eine Seite gebunden. Der Käufer erwirbt das Recht, aber nicht die Pflicht, den Basiswert innerhalb eines bestimmten Zeitraums oder zu einem bestimmten Termin zu einem festgelegten Preis zu kaufen oder zu verkaufen, und entscheidet, ob er es ausübt. Dafür zahlt er dem Verkäufer (auch Stillhalter genannt) eine Prämie; der Verkäufer muss den Vertrag erfüllen, wenn der Käufer sein Recht ausübt. Typische Beispiele sind Optionen und Optionsscheine – verbriefte Optionen, die häufig von Banken ausgegeben werden.
Das Risikoprofil ist asymmetrisch: Der maximale Verlust des Käufers ist auf die gezahlte Prämie begrenzt, während der mögliche Gewinn beträchtlich sein kann. Für den Verkäufer verhält es sich umgekehrt: Sein Gewinn ist auf die erhaltene Prämie begrenzt, während die möglichen Verluste sehr groß sein können.
Vergleich auf einen Blick
| Unbedingte Derivate | Bedingte Derivate | |
|---|---|---|
| Verpflichtung | Beide Parteien sind gebunden | Nur der Verkäufer ist gebunden; der Käufer hat ein Recht |
| Beispiele | Futures, Forwards, Swaps | Optionen, Optionsscheine |
| Vorabzahlung | Keine Prämie (ggf. Margin erforderlich) | Der Käufer zahlt eine Prämie |
| Risikoprofil | Symmetrisch | Asymmetrisch |
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Weitere Begriffe.
- FuturesFutures sind standardisierte, börsengehandelte Kontrakte über den Kauf oder Verkauf eines Basiswerts an einem künftigen Termin zu einem heute festgelegten Preis. Sie dienen der Absicherung und Spekulation.
- CFD (Differenzkontrakt)Ein CFD (Contract for Difference, Differenzkontrakt) ist ein gehebeltes Derivat, mit dem auf steigende oder fallende Kurse spekuliert wird, ohne den Basiswert zu besitzen. Verluste können schnell entstehen.
- HedgingHedging ist eine Strategie, um Portfolios, Positionen oder Geschäftstätigkeiten mit einer Gegenposition gegen ungünstige Kursbewegungen abzusichern, meist mit Derivaten wie Futures.