Anleihe
Eine Anleihe ist ein Schuldpapier, das von einem Unternehmen oder Staat ausgegeben wird. Der Käufer leiht dem Emittenten Geld und erhält Zinsen sowie bei Fälligkeit die Rückzahlung.
Ca. 1 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 9. Oktober 2026
Eine Anleihe kann von einem Unternehmen oder einem Staat ausgegeben werden. Der Emittent eines solchen Wertpapiers übernimmt die Rolle des Schuldners, um Kapital aufzunehmen. Der Käufer dieses festverzinslichen Wertpapiers wird zum Gläubiger und hat Anspruch auf Rückzahlung des geliehenen Geldes zuzüglich Zinsen. Anders als eine Aktie macht eine Unternehmensanleihe den Käufer nicht zum Miteigentümer des Unternehmens. Stattdessen verbrieft sie ihm einen Anspruch auf Rückzahlung sowie Zinsen als Vergütung für die Kapitalüberlassung. Mit anderen Worten: Der Schuldner entschädigt den Gläubiger mit Zinsen, meist in Form regelmäßiger Kuponzahlungen.
Eine Garantie ist dieser Anspruch allerdings nicht. Gerät der Emittent in finanzielle Schwierigkeiten, können Zinszahlungen und Rückzahlung verzögert, gekürzt oder ganz ausfallen (Ausfallrisiko). Deshalb müssen Emittenten mit schwächerer Bonität höhere Zinsen bieten als Schuldner, die als besonders sicher gelten.
Anleihen können auch vor ihrer Fälligkeit gekauft und verkauft werden, und ihre Kurse schwanken. Wichtigster Einflussfaktor ist das allgemeine Zinsniveau: Steigen die Marktzinsen, fallen die Kurse bestehender Anleihen mit niedrigeren Kupons; sinken die Marktzinsen, steigen ihre Kurse. Deshalb reagieren Anleihemärkte stark auf Entscheidungen der Zentralbanken und auf veränderte Inflationserwartungen.
Was sind Bundesanleihen?
Bundesanleihen (Bunds) sind Staatsanleihen der Bundesrepublik Deutschland. Es handelt sich um festverzinsliche Wertpapiere, die typischerweise mit Laufzeiten von etwa 10 bis 30 Jahren ausgegeben werden und einmal jährlich Zinsen zahlen. Sie gelten allgemein als risikoarme Geldanlage und dienen als Referenz für das Zinsniveau im Euroraum. Als börsennotierte Wertpapiere sind sie für jedermann zugänglich und können über Banken und Broker frei gehandelt werden. Trader verfolgen und handeln die Kursbewegungen der Bundesanleihen oft über den Euro-Bund-Future, einen der liquidesten Zinsfutures der Welt.
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Weitere Begriffe.
- AktienAktien sind Wertpapiere, die einen Anteil am Eigenkapital eines Unternehmens verbriefen. Aktionäre sind Miteigentümer mit Stimmrecht und können über Dividenden am Gewinn beteiligt werden.
- FondsEin Fonds bündelt das Geld vieler Anleger und investiert es professionell verwaltet nach einer festgelegten Strategie. Beispiele sind Aktien-, Renten- und Mischfonds, ETFs und Immobilienfonds.
- FuturesFutures sind standardisierte, börsengehandelte Kontrakte über den Kauf oder Verkauf eines Basiswerts an einem künftigen Termin zu einem heute festgelegten Preis. Sie dienen der Absicherung und Spekulation.
- ZentralbankenEine Zentralbank verantwortet die Geldpolitik eines Landes oder Währungsraums. Ihre Entscheidungen zu Zinsen und Geldmenge – allen voran die der EZB und der Fed – bewegen die Finanzmärkte.